Aktuelle Wassergebühren

Aktuelle Wassergebühren

Die Wassergebühren sind gestiegen – aus gutem Grund

Sauberes Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Die Gemeinde Neuhof setzt alles daran, den Bürgerinnen und Bürgern auch künftig jederzeit Trinkwasser in bester Qualität und ausreichender Menge zu liefern. Dies erfordert kontinuierliche Investitionen in das Leitungsnetz und die anderen Einrichtungen der Wasserversorgung. Vor allem deshalb hat die Gemeindevertretung am 10. November 2022 beschlossen, die Wassergebühren zum 1. Januar 2023 folgendermaßen anzuheben (jeweils inkl. Umsatzsteuer):  

  bisher neu
Verbrauchsgebühr (pro m³) 2,23 EUR 2,71 EUR

Die Wasser-Grundgebühren bleiben unverändert. 

Die Mitglieder der Gemeindevertretung haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Sie mussten aber mehrere Aspekte berücksichtigen:

1. Die Gemeinde Neuhof hat die Kosten der Wasserversorgung in den letzten Jahren mit den Gebühreneinnahmen nicht ausgleichen können. Die Kostenunterdeckungen waren teilweise erheblich, wie die folgende Tabelle zeigt:

JahrKostenunterdeckung (ca.)
201725.000
20185.000
2019135.000
202096.000
202192.000

2. Das kommunale Haushaltsrecht schreibt vor, grundsätzlich kostendeckende Gebühren zu erheben. Im Rahmen von Haushaltsgenehmigungsverfahren verlangt die Aufsichtsbehörde von der Gemeinde, dies schriftlich zu bestätigen. Um kostendeckend zu sein, hätte die Wasserverbrauchsgebühr schon bisher mindestens 0,20 €/m³ höher sein müssen.

3. Das Gemeindegebiet von Neuhof (11.000 Einwohner) ist 90 Quadratkilometer groß. Neuhof ist also eine Flächengemeinde. Das treibt den Pro-Kopf- Aufwand für Wasserleitungen, Tiefbrunnen und Hochbehälter in die Höhe. Viele andere Kommunen haben bei gleicher Einwohnerzahl eine kleinere Fläche und damit ein „günstigeres“ Verhältnis. Trotzdem hatte unsere Gemeinde bisher eine durchschnittliche Wassergebühr.

4. Das Leitungsnetz der Neuhofer Wasserversorgung hat mit etwa 133 Kilometern eine beachtliche Länge. Vor wenigen Jahren wurde die Gemeinde Neuhof mit 18 anderen (hinsichtlich der Einwohnerzahlen) etwa gleich großen Kommunen vom Hessischen Rechnungshof vergleichend geprüft. Dabei wurde festgestellt, dass das Leitungsnetz der Gemeinde Neuhof mehr als doppelt so lang ist, wie der Durchschnitt der Leitungsnetze aller geprüften Gemeinden. Der Bund der Steuerzahler hat in einer Fachstudie veröffentlicht, dass die Leitungsnetze der entscheidende Kostenfaktor für die Betriebe sind. Neuhof hat also im Vergleich mit anderen Kommunen ungünstige, d. h. teure Rahmenbedingungen. Um die Substanz des langen Leitungsnetzes zu erhalten, müssten alljährlich mehr als 2 km Leitungen erneuert werden. Die vorerwähnten Vergleichskommunen müssen jährlich nur einen km erneuern. Trotz der umfangreichen bereits abgeschlossenen und derzeit geplanten Investitionen ist die Gemeinde Neuhof hinter diesem Wert (jährlich mindestens rd. 2 km zu erneuern) in den letzten Jahren deutlich zurückgeblieben. Deshalb muss das Investitionstempo steigen. Eine Faustregel sagt: Eine Investition von 1 Mio. EUR lässt die Wassergebühr über einen Zeitraum von 40 bis 50 Jahren um etwa 0,10 EUR pro Kubikmeter steigen.

5. Die Wasserversorgung ist von erheblichen Kostensteigerungen betroffen. Sehr hohe Kostensteigerungen sind bei den Stromkosten festzustellen. 

Die größten Investitionen in die Wasserversorgung waren bzw. sind:

 

EUR

Gieseler Str.: Verlegung eines Teilstücks der Wasserleitung (um 2020)

143.000

Rommerzer Str.:  Erneuerung Teilstück der Wasserleitung (um 2020)

179.000

Am Neuen Garten u. verlängerte Jahrstr.: Erweiterung u. Erneuerung der Wasserleitung (um 2023)

230.000

Frankfurter Straße (Teilstück): Erneuerung der Wasserleitung (um 2023)

110.000

Jahnstr.: Erneuerung der Wasserleitung (um 2023)

200.000

Sudetenstr.: Erneuerung der Wasserleitung (um 2023)

80.000

Verbindungsleitung Hochbehälter zur Ortslage Giesel: Erneuerung (um 2021)

650.000

Rommerz: grundhafte Sanierung des Tiefbrunnens (Fertigstellung 2019)

1.240.000

Investitionen am Hochbehälter Kauppen (um 2023)

110.000

Neubaugebiet Hauswurz, An den Eichen: Bau Wasserleitung (um 2022)

300.000

Neubaugebiet Rommerz, An den Eichenäckern: Bau Wasserleitung (um 2022)

290.000

Neubaugebiet Hattenhof, Am Küppel-Schafhohle: Bau Wasserleitung (um 2023)

275.000

In den kommenden Jahren sollen erhebliche Investitionen an diversen Hochbehältern u. Pumpstationen (u. a. Giesel, Neuhof, Hattenhof) vorgenommen werden. Der höchste Betrag wird für den Hochbehälter Hattenhof mit 900.000 ausgewiesen (2024)

 

(Höhere) Gebühren – nicht bequem, aber fair und weitsichtig

Verantwortungsvolle Kommunalpolitik denkt und handelt generationenübergreifend. Sie berücksichtigt auch diejenigen, die noch keine politische Stimme haben – unsere Kinder und Enkel. Ausbau und Unterhalt der öffentlichen Infrastruktur finanziert sie deshalb nicht nur aus Steuereinnahmen, Landesmitteln oder Krediten, sondern auch über Gebühren.

Gebühren sind in doppelter Hinsicht fair. Zum einen: Sie belasten nur die Bürgerinnen und Bürger, die bestimmte öffentliche Dienstleistungen heute (und nicht in ferner Zukunft) nutzen. Zum anderen: Wer diese Dienstleistungen intensiver nutzt, zahlt mehr als jemand, der sie weniger oder seltener in Anspruch nimmt.

Weitsichtige Kommunen scheuen sich nicht, die Gebühren von Zeit zu Zeit möglichst moderat zu erhöhen. So können sie die Infrastruktur auf einem guten Stand halten und laufend an höhere gesetzliche Standards und/oder wachsende Qualitätsansprüche der Bürgerinnen und Bürger anpassen. Nichts zu tun, ist ein nur vermeintlich billiger und bequemer Weg. Er mündet irgendwann in einen Investitionsstau, der die Kommune Jahre später teuer zu stehen kommt. Jeder, der ein Haus besitzt, wird das nur allzu gut nachvollziehen können.

Für einen durchschnittlichen Haushalt mit 4 Personen und einem jährlichen Frischwasserverbrauch von 120 cbm bedeutet dies eine monatliche Mehrbelastung von rd. 7,40 €.


Frischwassergrundgebühr:

Neben der verbrauchsabhängigen Gebühr wird ab Einbau der Messeinrichtung eine Grundgebühr für die Vorhaltung der Wasserversorgungsanlage erhoben. Die Höhe dieser Grundgebühr richtet sich nach der Nenngröße der installierten Messeinrichtung. Die Gebühren enthalten die gesetzliche Umsatzsteuer. Die Grundgebühr beträgt pro angefangenem Kalendermonat bei Messeinrichtungen, die geeignet sind zur Messung folgender maximaler Verbrauchsleistungen

bis zu 5m³/hQ3 45,35€
bis zu 12m³/hQ3 1010,17€
bis zu 20m³/hQ3 1616,95€
bis zu 30m³/hQ3 2525,42€
bis zu 80m³/hQ3 6367,80€
über 80m³/hab Q3 100101,69€