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Katastrophenschutz, Haldenwässer und aktuelle Projekte:
Gemeinde informiert bei Bürgerversammlung
„Ich freue mich trotz der Hitze über die hohe Teilnehmerzahl. Das zeigt das Interesse an unserer Gemeinde“, sagte Bürgermeister Heiko Stolz zur Begrüßung. Eingeladen hatte Jürgen Jordan, Vorsitzender der Gemeindevertretung. Den zweieinhalbstündigen Abend moderierte Nico Bensing, Gesellschafter der Kommunikationsagentur Bensing & Reith.
Zum Auftakt informierten Frau Heurich und Frau Ditzel vom Fachdienst Gefahrenabwehr des Landkreises Fulda über Warnmöglichkeiten und die persönliche Vorsorge für den Krisenfall. „Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach Hause und der Strom ist weg“, leitete Frau Ditzel den Vortrag ein. Anhand aktueller Beispiele wurde erläutert, wie die Bevölkerung in einer Gefahrenlage informiert wird und welche Vorbereitungen jeder Haushalt selbst treffen sollte.
Anschließend stellte Florian Langner, Leiter der Hauptabteilung, die bisherigen Maßnahmen der Gemeinde Neuhof vor. „Wir sehen Tag für Tag, wie wichtig es ist, die Kräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen zu bündeln. Informationen und Kommunikation sind dabei am Ende des Tages die Schlüssel zum Erfolg“, sagte Langner. Die Gemeinde hat unter anderem einen Verwaltungsstab gegründet und eine umfassende Bestandsaufnahme vorgenommen. Zudem wurde ein Lager mit Notstromaggregaten für die Wasserversorgung und 60 Feldbetten eingerichtet und damit die Voraussetzungen für einen Betreuungsplatz für bis zu 50 Personen geschaffen. Der Betreuungsplatz wurde bereits im Rahmen eines Musteraufbaus praktisch erprobt. Neuhof ist dabei eine von zwei Pilotkommunen im Landkreis. Als nächste Schritte sind weitere Beschaffungen, praktische Übungen und eine fortlaufende Dokumentation vorgesehen. Auf Nachfrage aus dem Publikum erklärte Langner, dass auch Notstromanschlüsse für die Dorfgemeinschaftshäuser grundsätzlich geplant sind.
Über den aktuellen Stand des Projekts zur Vermeidung und Reduzierung von Haldenwässern berichteten Bürgermeister Heiko Stolz und Jonas Ritzel von der Bauabteilung. Ziel ist es weiterhin, den Bergbaustandort über das Jahr 2035 hinaus zu erhalten und gleichzeitig Lösungen für den Umgang mit den Halden- und Sickerwässern zu finden. Der im September 2023 gegründete Runde Tisch mit 44 Mitgliedern ruht derzeit. Im Hintergrund laufen aber weiterhin Gespräche und Verhandlungen mit den beteiligten Vertragspartnern. „Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Thema und sind zuversichtlich, dass wir ein Maßnahmenpaket erstellen können, mit dem alle Parteien gut leben können“, sagte Stolz.
Joachim Bug, Leiter der Bauabteilung, gab im Anschluss einen Überblick über aktuelle Baumaßnahmen und anstehende Aufgaben. Dabei machte er deutlich, dass mehr denn je eine sorgfältige Priorisierung der umzusetzenden Projekte erforderlich ist. Ein zunehmender Schwerpunkt liegt auf der Sanierung der gemeindlichen Infrastruktur. Aktuelle Beispiele sind Arbeiten am Dach des Backhauses in Hauswurz und in den gemeindlichen Kitas.
Gleichzeitig setzt die Gemeinde bereits begonnene Projekte fort und bereitet weitere Vorhaben vor. Zu den laufenden Projekten zählt der Neubau eines Multifunktionsraums für die Kita St. Barbara. Für das Feuerwehrhaus in Rommerz wurde gemeinsam mit Beteiligten aus Verwaltung und Feuerwehr eine Arbeitsgruppe gegründet, die den weiteren Prozess begleitet.
Bug informierte außerdem über die kommunale Wärmeplanung, die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED und Smart Lighting, den Glasfaserausbau sowie die neue Priorisierung des Radwegekonzepts. Für das kommende Jahr ist unter anderem ein Radweg vorgesehen, der im Bereich zwischen der Asphalt-Pumptrackanlage und dem Fachmarktzentrum in das Grüne Dreieck führt. Während die Erschließung des Neubaugebiets Mühlberg in Giesel abgeschlossen ist, stehen beim geplanten Neubaugebiet Gelber Küppel in Neuhof noch weitere Bodenuntersuchungen an.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Wasserversorgung. Schon vor zwei Jahren hat die Gemeinde ein Konzept für das kommunale Wasserressourcenmanagement aufstellen lassen. Trotz der anhaltenden Trockenheit fördern die gemeindlichen Wassergewinnungsanlagen ausreichend Wasser. Trotzdem sind alle Bürgerinnen und Bürger zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen.
Zum Abschluss stellte Marcel Witzel aus dem Projektmanagement das Smart-Region-Dashboard vor, das aktuell noch in Entwicklung ist. Die gemeinsame Plattform der Gemeinden Neuhof, Flieden und Kalbach soll aktuelle Informationen und digitale Angebote an einem zentralen Ort bündeln. Vorgesehen sind unter anderem Informationen zu Bau- und Verkehrsprojekten, zum Schwimmbad und Wertstoffhof, zu Bereitschafts- und Notdiensten sowie Messwerte und Hinweise zu Starkregen. Aus dem Publikum kamen dazu unter anderem Fragen zur Buchung des Bürgerbusses und zur Einbindung eines Mängelmelders.
„Auch wenn es nicht einfach ist, alle Entwicklungen in der Gemeinde in zweieinhalb Stunden darzustellen, sind solche Veranstaltungen wichtig, damit sich alle Bürgerinnen und Bürger über die laufenden Themen informieren können”, sagte Bürgermeister Heiko Stolz zum Abschluss und dankte allen Referentinnen und Referenten sowie den Gästen für ihre Teilnahme. Jürgen Jordan schloss sich dem Dank an und lud die Anwesenden zum Austausch bei einem kühlen Getränk ein.





